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5. Rechtliche Vorsorgemöglichkeiten 43 Nur eine Vorsorgevollmacht gibt Ihnen die Möglichkeit, außerhalb einer gerichtlich bestellten Betreuung, dass Personen Ihres Vertrauens für Sie im Bedarfsfall handeln können. Die Vollmacht gilt nur für die Bereiche, die in der Vollmacht aufgeführt sind. Fehlen einzelne Aufgabenbereiche, kann trotzdem eine Betreuung erforderlich werden. Grundsätzlich verhindert eine Vorsorgevollmacht eine gerichtliche Betreuung. Das heißt: Ohne Vollmacht kann eine gerichtlich bestellte Betreuung notwendig werden, damit ihre Angelegenheiten geregelt werden können. Eine Vollmacht gibt dem Bevollmächtigten weitreichende Befugnisse. Der Bevollmächtigte ist dem Gericht in der Regel nicht rechenschaftspflichtig. Daher ist das Vertrauen zu der Person eine der wichtigsten Voraussetzungen. Auch eine Vorsorgevollmacht sollte so aufbewahrt werden, dass bevollmächtigte Personen möglichst schnell und unkompliziert Kenntnis vom Inhalt erhalten können. Dazu kann es auch sinnvoll sein, einen entsprechenden Hinweis bei sich zu tragen. Betreuungsverfügung Für den Fall, dass eine gerichtliche Betreuung eingerichtet wird, können Sie im Vorfeld Wünsche äußern, z.B. welche Person mit der Betreuung beauftragt werden soll oder wer von Ihnen abgelehnt wird. Weiter können Sie festlegen, welche Wünsche respektiert werden sollen. Eine Betreuungsverfügung kann mit einer Vollmacht verbunden werden, z.B. wenn bestimmte Geschäftsbesorgungen nicht abgedeckt sind. So kann z.B. in der Vollmacht der Wunsch geäußert werden, dass die bevollmächtigte Person auch als eventuell notwendiger Betreuer eingesetzt werden soll. Weitere Infos, Beratung sowie Unterlagen zu rechtlichen Vorsorgemöglichkeiten und Fragen zur Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung erhalten Sie bei der: Betreuungsgemeinschaft Wesermarsch e.V. Kaje 6, 26919 Brake Tel. 04401 7062344 Betreuungsstelle Landkreis Wesermarsch Fachdienst 53 (Gesundheit) Rönnelstraße 10, 26919 Brake Tel. 04401 927-520 /-530 /-531 Testament Nach dem Tode geht das Vermögen des Verstorbenen auf seine Erben über. Wenn weder ein gültiges Testament noch ein Erbvertrag vorliegen, wird das Erbe nach den gesetzlichen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches verteilt. Die sogenannte „Gesetzliche Erbfolge“ richtet sich nach dem Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen. Sie ist eine Standardlösung und kann natürlich nicht Ihre speziellen Wünsche berücksichtigen. Wenn Sie über Ihren Nachlass besonders verfügen möchten, müssen Sie einige gesetzliche Formvorschriften beachten, ansonsten ist Ihr Testament ungültig. Sie können sich zwischen zwei Testamentsarten entscheiden: Handschriftliches (privates) Testament Es wird ohne Hinzuziehung eines Notars erstellt. Es muss von Ihnen selbst – vollständig handschriftlich – aufgesetzt werden. Außerdem muss das Testament eigenhändig unterschrieben sein (Ort und Datum bitte nicht vergessen). In dem Text muss klar und unmissverständlich Ihr letzter Wille hinsichtlich des Nachlasses ersichtlich sein. Sie müssen den oder die Erben nennen (bitte auch die Anschriften angeben) und erklären, zu welchen Teilen sie erben sollen. Sie können u.a. auch Vermächtnisse anordnen, Testamentsvollstrecker bestimmen, Auflagen anordnen und Anordnungen zur Verteilung des Nachlasses unter den Erben treffen.


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